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Zu zentralen Fragen existiert ein breites Spektrum divergierender Antworten. Einen professionellen Umgang damit bietet der DTB-Dachverband *. Dafür erörtert er Internet-Aspekte, beschreibt Hintergründe und bietet Schulungen mit "Blick über den Tellerrand". Dieser innovativen DTB-Qualifizierung mit ihren nachhaltigen Lernerfolgen haben sich auch weitere namhafte Fach-Verbände ** angeschlossen. Der Leiter Dr. S. Langhoff (50 Jahre Erfahrung) ist auch der Autor der Webseite.

DTB-Schulungen - Ausbildung / Fortbildung
ⓘ Push Hands / Tuishou

✔️ Hinweis:

Die DTB-Block-Seminare bieten umfassenden Austausch zum Thema "Tuishou / Push Hands". Anfänger und Fortgeschrittene erforschen das Partner-Wechselspiel in Theorie und Praxis. Training in Kleingruppen und im Plenum wechseln sich dabei so ab, daß Lernerfolg und Verständnis optimert werden.

Korrekt unterrichtet bilden Push-Hands-Übungen einen Zugang zu den Taiji-Prinzipien, zum Fajin (Fajin), zur Entspannung und letztlich zur Inneren Kraft.

Im Push-Hands-Unterricht üben wir meistens nicht wie allgemein üblich im Bogenschritt sondern im schulterbreiten Stand. Damit ist die Vermeidung des Fehlers gewährleistet, daß die Kraft-Entfaltung nicht aus dem hinteren Bein kommt. Dieses Defizit beobachtet man häufig bei Turnieren, wo die Kontrahenten tiefe weite Stände einnehmen.

Push Hands (chinesisch "Tuishou")

Update-Seite

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Bei Internet-Recherchen kann jeder ohne viel Aufwand erkennen, daß die Schlagwörter "Tuishou" bzw. "Push-Hands" einen "Kult-Status" genießen. Das bedeutet, sie werden typischgerweise dominiert von Anhängern des längst überholten und widerlegten "Wudang-Shaolin-Mantras". Dazu gehören in erster Linie loyal ergebene Angehörige von Heilslehren und rührige Vertreter von Lobby-Organisationen. "Mobrule-Spin" und "flash-Mob-Videos" gehört zu dem professionell eingesetzten Handwerkszeug dieser "Szene". https://taichi-qigong-richtig-lernen-dr-langhoff.de/pushhands-fragen.html

Push Hands (chinesisch "Tuishou")

Die traditionellen Pushhands-Partner-Sets stammen aus den sogenannten "Inneren Kampfkünsten" und sind übrigens nicht nur im Taijiquan zu finden. Die fließenden Bewegungsschleifen machen die "Martial-Arts-Internals" konkret anwendbar. Ist dieses "Erbe" in der heutigen Zeit nur überholter Ballast oder hat das "Händeschieben" weiterhin seine Berechtigung? Dr. Langhoff meint: Ja, denn korrekt erlernt und regelmäßig betrieben hat Tuishou auch dem modernen Menschen viel zu bieten in puncto Lebensstil und Lebensqualität. Denn mit den "Pushing Hands" trainiert man u. a. "soft skills" und erhält damit ganz wesentliche Hilfen für den beruflichen und privaten Alltag. Tuishou schafft eine Dynamik und Lebendigkeit, aus der heraus auch mehr Resilienz und Innere Kraft erwachsen können.

Das Thema "Tuishou" bildet wohl das bekannteste und beliebteste Thema für Diskussionen in der "Chinese-Martial-Arts-Community". Doch Vorsicht: Ein großer Teil der Statements ist falsch bzw. irreführend - und sagt mehr über den Urheber aus als über die Sache selbst. Ein Haupt-Defizit: Es fehlt der doch so nötige "Blick über den Tellerrand".

Tuishou-Demos üben auf viele Menschen eine große Faszination aus. Kein Wunder, denn die Leichtigkeit und Eleganz eines kraftvollen Geschehens gehört zum Markenkern asiatischer Kampfkunst und die zugrundeliegenden "Internals" bilden wohl einen ihrer größten Vorzüge. "Tuishou" oder "Push Hands" war für mich persönlich schon immer ein Top-Thema - aber ich kritisiere die landläufigen Definitionen und möchte dies im folgenden beschreiben.

 

Was ist "Push Hands"? Wozu dienen die Partnerübungen und wie sind die Wirkungen zu erklären? Diese Fragen werden höchst unterschiedlich beantwortet - je nachdem, wen man fragt. Viele Statements sind zudem falsch und sagen mehr über den Urheber aus als über die Sache selbst. Vielen fehlt der doch so nötige "Blick über den Tellerrand". Das ist bedauerlich, denn so entgeht ihnen eine große Chance östlicher Übesysteme: Sich zu "entfalten" und Formen / Routinen von etwas Einfachem, Ungegliedertem zu einem komplizierteren Struktur-Komplex fortentwickeln zu können.

"Tui Shou" bezeichnet im Tai Chi Chuan (Taijiquan) einen Set von Partnerübungen, die aufbauend auf den Erfahrungen mit der Taiji-Solo-Form die Tai-Chi-Prinzipien praktisch erweitern und als "soft skills" erfahrbar machen sollen. Diese "Essentials" bilden die Richtlinien zur Messung von Qualität und Kompetenz im Hinblick auf die Entwicklung "Innerer Kraft".  Sie zeigen anschaulich auf, daß diese "Internals" durchaus "anfaßbar" sind - und keinesfalls  "disembodied qualities" sind (wie Yang Zhenduo einmal treffend in einem Interview sagte. Damit ist unmittelbar das Training des Fajin (Fajin) verbunden. Dieses inhärente Wirkprinzip, bündelt das "Jin (das angewendete Qi)" zur Optimierung des Krafteinsatzes.

Meine Sehweise zum Tuishou 

Nach rund 50 Jahren Beschäftigung mit östlicher Kampfkunst und Meditation kritisiere ich zahlreiche vorherrschenden Meinungen zu den "Klebenden Händen", wie das Tui Shou auch genannt wird, als nicht zutreffend und schlimmer noch als irreführend. Praktizierende weisen oft ein recht unvollkommenes Niveau auf und gehen an Grundsätzlichem achtlos vorbei. Und was man so auf Demonstrationen, Turnieren / Wettbewerben und Push-Hands-Treffen zu sehen bekommt, ist nicht gerade dazu angetan, einen Ausweg aus dieser Misere zu weisen. Tricks, Betrug und spektakuläre Show-Einlagen gehören ja schon seit langem zum Repertoire in der Szene. Die Nummer 1 auf dem Spielplan ist "Des Kaisers neue Kleider". Man denke nur an Tuishou-Spektakel, bei denen der Meister von seinen Partnern ein "Mitspielen" erwartet. Die wahre Tiefe bleibt dabei natürlich auf der Strecke. Mein Rat an offene Lehrer und besonders an Organisationen: Tuishou sollte in der Theorie umfassender und in der Praxis realistischer sein. Der sprichwörtliche "Blick über den Tellerrand" sollte als stetige Motivation die Leitlinie sein.

Push-Hands-Lehrerausbildungen mit DTB-Ausbilder Dr. Stephan LanghoffMeine Push-Hands-Grafik zeigt einige meiner chinesischen Lehrmeister (s. Push Hands / Tuishou Hamburg u. deutschland-weit). Dazu zählen Yang Zhenduo, Fu Zhongwen, Fu Shengyuan, Yang Zhenhe und Zhang Youquan. Die Grafik enthält zudem Dalü-Anwendungen aus meinem Unterricht und das Bild einer Weide für das Shindo-Yoshin-Schule. Mein Interesse bei den Tuishou-Partnerübungen gilt  primär der Yin-Yang-Philosophie und ihrem Prinzip des Wechselspiels von Iniative und Nachgeben (voll und leer). So gesehen ist Push-Hands eine ausgeklügelte Methode der Kommunikation, bei der "genaues Zuhören" und optimale Anpassung gefordert werden. Push Hands ist Forschung, dynamisches Kommunizieren und Problemlösung gleichermaßen. Im Kern geht es bei dem Zusammenspiel der Übenden um Konflikt-Strategie und konkret darum, eine bestehende unvorteilhafte Situation (Yin) in eine vorteilhaftere (Yang) zu verwandeln und Schaden abzuwenden. Da der Partner genau dasselbe, aber für sich, will, entsteht ein lebhaftes Wechselspiel mit stetig kreisenden Bewegungsschleifen. Damit beinhaltet Tuishou-Üben letztlich auch Resilienz-Training und Stärkung der Inneren Kraft.

Push-Hands-DVDs für Selbststudium und Lehrerausbildung

Push-Hands-DVDS: Kostenloser Download für Selbstunterricht und LehrerausbildungDie Tuishou-Partnerübungen im Tai Chi Chuan sind für viele Praktizierende eine besondere Herausforderung. Sie zu meistern setzt regelmäßiges und korrektes Training voraus. Dr. Langhoffs Push-Hands-DVDs sind dabei nach einhelliger Meinung der DTB-Community im In- und Ausland eine großartige Unterstützung - nicht zuletzt wegen der uneingeschränkten Online-Verfügbarkeit und der Updates. Dr. Langhoffs Lehrvideos folgen den Standards des DTB-Zentralverbands. Sie vermitteln die Bewegungsschleifen zunächst getrennt für die Angreifer-Rolle und die Verteidiger-Rolle. Gelehrt wird auch das Fajin und das Dalü-Tuishou (Großes Ziehen). Enthalten sind auch Workshops und Vorführungen von Taiji-Qigong-Lehrern und Meistern aus Deutschland und China. Quelle: Artikel "Push-Hands-DVDS: Kostenloser Download für Selbstunterricht und Lehrerausbildung". Die DVDs sind auch gut geeignet für die Vor- und Nachverbeitung von Treffen Push Hands / Tuishou.

Die "Yin-Yang-Philosophie" als umfassendes Grundprinzip

Yin-Yang-Philosophie: Tuishou (Pushing hands) - Dr. Langhoff erklärt Auch beim Tuishou gilt selbstredend das "Yin-Yang-Prinzip" mit seiner ganzheitlichen Philosophie des stetigen Wandels, indem das eine das andere gebiert. Viele scheitern genau an diesem Punkt. Gemäß dieser Yin-Yang-Einheit lassen sich beide Partner mit einem vierfüßigen Tier vergleichen. Bei komplexeren Bewegungsschleifen führen beide unterschiedliche Bewegungsmuster aus, die sich komplementär ergänzen wie die Taiji-Monade. Dabei bedingt die Sinus-Kurve ein stetig-dynamisches Anschmiegen und Anpassen mit höchster Präzision und Flexibilität.

Diese Philosophie einer komplementären Weltsicht ist für Asiaten ein ganz grundlegendes Denkmuster. Wie kein zweites prägt dieses ganzheitliche Balance-Konzept die östliche Vorstellungen von Harmonie, Ausgleich und Anpassung an Wandel. Erst diese Flexibilität ermöglicht Fortschritt, Erfolg und Lebenskraft - und ja das Leben selbst. In den Partner-Rollen des Tuishou wandeln sich in den Bewegungsschleifen die Polaritäten Aktivität-Passivität, Fülle-Leere, Vorwärts-Rückwärts, Folgen-Zuvorkommen und Weich-Hart.

Insbesondere die Hart-Weich-Zusammenhänge werden oft nicht verstanden geschweige denn gebührend berücksichtigt. Und auch die so unverhzichtbare Flexibilität ist, so wie sie typischerweise beschworen wird, viel zu einseitig. Beim Tuishou und seinen traditionellen Prinzipien der "inneren Kampfkunst" ist der Praktizierende genau genommen, keineswegs flexibel, denn ist von Kopf bis Fuß auf Sieg eingestellt. Das Siegen-Wollen ist unverhandelbar! Die Flexibilität betrifft einzig und allein den Weg dahin, Strategie und Taktik eingeschlossen.

Push Hands und "Soft Skills"

Das Praktizieren von Push Hands bildet "Soft Skills" aus - es ermöglicht den Übenden oft ein hohes Maß an Lebendigkeit und Spontaneität. Beide Partner bilden eine Yin-Yang-Einheit. Bei dieser Taiji-Einheit im Hier und Jetzt geht es nicht vorrangig um Gewinnen oder Verlieren, sondern man hilft sich gegenseitig bei inneren Erfahrungen. Durch den spielerischen Austausch im Push Hands kann man viel über sich und den Partner erspüren. So gesehen ermöglicht Push Hands eine stetige Auseinandersetzung mit seinen eigenen Stärken und Schwächen.

 

Push-Hands-Training versus Form-Training

Push Hands Ausbildung Tui Shou Basis-Übung zu zweitWährend man beim Form-Training in sich selbst hineinspürt, versucht man beim Tuishou-Training, den Partner zu erkunden - während dieser versucht, genau dies zu verhindern und seine Absichten verborgen zu halten. Dieses komplementäre Prinzip setzt das Beherrschen der Form und der Taiji-Prinzipien voraus. Daher unterrichten viele Lehrer Tuishou erst später und nur an Fortgeschrittene. Ich hingegen vertrete eine ganz andere Methodologie, die Form-Üben und Tuishou-Üben kombiniert. So schaffe ich eine umfassende Einheit beider Pole - ganz so, wie es das Taiji-Prinzip fordert.

Die weltweite Verbreitung von Push Hands

Tuishou (Push Hands) im Wu-Stil-Taijiquan: Historisches Video von 1937 Das wohl älteste Film-Dokument (youtube.com/watch?v=yDaV9C0ERP8) präsentiert das Wu-Stil-Tuishou. Doch bekannt gemacht wurden die "Schiebenden Hände" in erster Linie durch den Begründer des modernen Yang-Taijiquan Yang Chengfu und seine Schüler insbesondere Fu Zhongwen. Seine Original-Fotos mit seinem ältesten Sohn Yang Shouchung dienen bis heute vielen Praktizierenden als wertvolle Demonstration, Anleitung und Referenz. Von China verbreitete sich Push Hands rasch um die Welt. Nach Deutschland fanden die Übungen ihren Weg u. a. über Taiwan. Bekannt sind Tuishou-Lehrer wie Chen Manching (Zhen Manqing) und Chu Kinghung. Cheng emigrierte dann in die USA (New York) und Chu wanderte, ausgestattet mit einem Autorisierungsschreiben von Yang Shouchung (Hongkong) nach Europa (London) aus. Doch was man auch wissen sollte: Über die Kompetenz beider Tuishou-Protagonisten wird bis heute eine erhitzte, offenbar nicht zu klärende Debatte geführt. Treffen Tuishou / Push Hands

Organisationen und Verbände

Bei der Verbreitung des Tuishou spielten Push-Hands-Treffen eine wichtige Rolle. Sie förderten Austausch, Training mit wechselnden Partnern und machten Stil-Unterschiede der Taiji-Dynastien und ihrer Protagonisten mehr Praktizierenden zugänglich. Standards wurden vorwiegend für Wettbewerbe, Turniere und Meisterschaften entwickelt. Verbindliche Leitlinien sind dabei eher die Ausnahme. Quasi-religiöse Glaubensgruppierungen, Lobby-Verbände und die im DTB-Dachverband zusammengeschlossenen Institutionen sind in ihren Zielen und Anschauungen einfach zu verschieden als daß gemeinsame Standards eine Chance hätten. Gerade in jüngster Zeit ist der Taiji-Meister-Titel in China wieder einmal in Mißkredit geraten. Meine ausführliche Darstellung hier: Tai-Chi-Qigong-Meister.

Tuishou und Meisterschaft

 Und eine interessante Frage wird mir immer wieder gestellt: Was eigentlich ist Meisterschaft im Tuishou? Für all diejenigen, für die Tuishou einzig zum Taijiquan gehört und für die Taijiquan eine "innere Kampfkunst" ist, gilt: Tuishou beinhaltet die Taijiquan-Kampf-Anwendungen. Doch es ist klar, daß Turniere, Wettbewerbe und Meisterschaften für realistisches Kampftraining der völlig falsche Ort sind. Zudem stellen sie ein recht subjektives Kriterium dar, denn die Kämpfe um die ersten Plätze werden naturgemäß von den Regeln determiniert und dieses Regelwerk ist besonders umstritten, was effektiv-realistische Verhaltensweisen betrifft. Angesichts dieser Situation ist dann auch klar, daß wahre Meister dort gerade nicht zu finden sind.

Zudem vertrete ich persönlich den Standpunkt, daß korrekt beherrschtes Tuishou das korrekte Verständnis von Yin und Yang widerspiegeln sollte. Dieses Taijui-Prinzip ist jedoch keineswegs auf "körperliches Push Hands" beschränkt, sondern zeigt sich in der Kommunikation und letztlich im Gesamt-Verhalten eines Menschen auf dem Weg zur Meisterschaft.

Push Hands-Partnerübungen nicht nur im Tai Chi Chuan

Übrigens gibt es Partnerübungen der "weichen Art" keineswegs wie oft behauptet, nur im Taijiquan. Den meisten sind sie sicherlich auch bekannt von Demonstrationen des Aikido und Judo. Zu erwähnen ist hier auch das "Kakie" genannte Kampf-System des aus China stammende Goju-Ryu-Karate.  Ich verweise zusätzlich auf die Partnerübungen des Jujutsu und insbesondere dieÜbrigens gibt es Partnerübungen der "weichen Art" keineswegs wie oft behauptet, nur im Taijiquan. Den meisten sind sie sicherlich auch bekannt von Demonstrationen des Aikido und Judo. Zu erwähnen ist hier auch das "Kakie" genannte Kampf-System des aus China stammende Goju-Ryu-Karate.  Ich verweise zusätzlich auf die Partnerübungen des Jujutsu und insbesondere die Nairiki des Shindo Yoshin Ryu Jujutsu von Toby Threadgill. Vorbild ist der Weidenbaum, von dessen Ästen die Schneelast abrutscht, bevor die Äste brechen. Vergleiche auch das Bild vom Bambusblatt, daß sich biegt im Buch von Eugen Herrigel über Zen in der Kunst des Bogenschießens.

Push Hands (Tuishou) als Kampfkunst bzw. Selbstverteidigung

Einführung

Das Verständnis von Push Hands im DTB-Zentralverband weist mehrere Besonderheiten auf.  Ein immer wiederkehrendes Lob aus der Gemeinschaft: Beim DTB wird vieles offen thematisiert, erklärt und unterrichtet, was man bei anderen Vereinigungen gar nicht sagen darf, weil es nicht "ins Bild paßt". Schuld daran sind u. a. die Protagonisten chinesischer Organisationen der traditionellen Taiji-Dynastien, die ihrem gestrigen Zeitgeist von Unbesiegbarkeit verhaftet sind. Der DTB setzt solcher sorgsam gehüteter "politische Korrektheit" und Fktionen des Primats "Innerer Kampfkunst" höchst erfolgreich sein Korrektiv entgegen, welches ohne solchen "blinden Flecke" auskommt.

Das gilt leider auch für das Push-Hands-Thema. In der heterogenen Tuishou-Gemeinschaft gibt es neben den vielen Unterschieden leider auch bei vielen Schulen eine Gemeinsamkeit: Das Fremdeln mit realistischen Anwendungen und der Verzicht auf effektive Strategien und Taktiken. Siehe dazu auch die kläglich gescheiterten Herausforderungen angeblicher "Tuishou-Meister". Tabuisierung solcher Bereiche mag für manche Verbände, Schulen und Lehrende eine Lösung darstellen, aber sie machen sich genau damit zu einem Teil des Problems. Und der DTB-Zentralverband empfiehlt Lobbyisten und Eso-Gurus gleichermaßen ein radikales Umdenken. Die DTB-These: Einseitig Lehrende würden in ener aufgeschlossenen Gesellschaft immer weniger gewünscht.

Kampfkunst bzw. Selbstverteidigung

Taijiquan bedeutet bekanntlich "Kampfkunst gemäß dem höchsten Prinzip". Jeder kennt das realitätsferne Esoterik-Mantra, daß sie als "innere Kampfkunst" allen "externen" überlegen ist und unbesiegbar macht. Analog dazu empfinden viele Partnerarbeit im Tai Chi Chuan als Kampfkunst-Vorübung und verweisen auf die in den "Taijiquan-Klassikern" überlieferten Texte der Wu-Familie und der Yang-Familie (insbesondere von Yang Banhou (2. Generation).

Ich hingegen teile solche allerorten (z. B. in Wikipedia) geäußerten Meinungen nicht. Ich halte diese "Kampfkunst-Nummer" oder das "Tuishou-Spielen" für eine Sackgasse, die man leicht vermeiden könnte. Ein aussagekräftiger Kompetenz-Test ist Tuishou sicher nicht - daran ändern auch die ständigen mantra-artigen Wiederholungen nichts. Kampfkunst-Prinzipen basieren auf völlig anderen Voraussetzungen. Ich rate daher nachdrücklich ab von solchen romantisierenden Vorstellungen. Auch das sogenannte "freie Push Hands" folgt nicht den Regeln der Kampfkunst und der Selbstverteidigung. Darauf sollte jeder Lehrer hinweisen, wenn man angeblich realistische Kampfkunst-Anwendungen wie das Fajin demonstriert.

Fälschlicherweise hatte auch Tuishou-Protagonist Yang Chengfu - befangen in seinem Zeitgeist - ja stets sein Taijiquan und seine Partner-Techniken als Weg zur Unbesiegbarkeit erklärt und anderen Kungfu-Schulen Dillettantismus unterstellt. In den Heilslehren chinesischer Familien-Dynastien überlebt dieses Vorurteil bekanntlich bis heute. Auch Taijquan-Qigong-Lobby-Verbände werden nicht müde, ein breitgefächertes Repertoire ihrer esoterischen Push-Hands-Interpretationen in der Kampfkunst-Szenerie anzubieten. Lediglich der DTB-Dachverband und die ihm angeschlossenen Institutionen betonen den hohen Stellenwert von Ideologie-Freiheit und Faktencheck. Details: Push Hands (Tuishou): Treffen Events Veranstaltungen Block-Seminare

Auch kann das Kampfkunst-Narrativ der Unbesiegbarkeit allzu leicht zu Realitätsverlust und Selbstüberschätzung führen. Ich erinnere an peinliche Duelle von Taiji-Meistern wie etwa der Kampf mit Mixed-Martial-Arts-Fighter Xu Xiadong: Bereits nach wenigen Sekunden war Taiji-Meister Wei Lei kampfunfähig und gab auf - nicht einmal das tuishou-typische "Anhaften" gelang ihm (s. Meister werden Tai Chi Qigong).

Kampfkunst - einige Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Statt Pushhands zur Kampfkunst zu rechnen, halte ich es für viel zielführender, Gemeinsamkeiten und Unterschiede des Tuishou zum Wushu / Kungfu zu untersuchen. Neben Gemeinsamkeiten bleibt die These festzuhalten: Daß Taijiquan früher eine Kampfkunst war, bedeutet ja weder, daß sie eine gute war noch dass ihre heutige Tuishou-Methodik praxisgerecht ist! Zudem läßt sich die heutige Situation gar nicht mit der früherer Zeiten vergleichen - man denke nur an die frühere Panzerung, die so heute gar nicht mehr gegeben ist. Selbst wenn die These von Tuishou als Kampfkunst-Vorstufe richtig wäre, wäre der Verzicht auf Waffen ja nur ein kleiner Bereich des Gesamt-Spektrums des traditionellen Wushu.

In der Tat bezeichnet man die sich stetig-harmonisch wechselnden Rollen als "Angreifer" und Verteidiger".Man versucht, die Balance des Partners zu brechen, sodaß sich seine Kraft gegen ihn selbst wendet.Man versucht, die Balance des Partners zu brechen, sodaß sich seine Kraft gegen ihn selbst wendet. Insofern ist Tuishou viel spielerischer und hat eher Bezug zu Fitness, Kondition und Kampfsport aber nicht zu Kampfkunst.

Dem Reflex, Kraft mit Gegenkraft zu beantworten, wird mit dem Tuishou-Training entgegengewirkt. Die Anti-Konflikt-Strategie des De-Eskalierens ist ebenso elegant wie erfolgreich: Nachgeben, Ableitung (Neutrallisieren) entschärft die Situation und die entstandene kann zum eigenen Vorteil genutzt werden.

Push Hands erzieht zum Realismus. Man soll erkennen, wie die Dinge wirklich stehen - jenseits von Wunschdenken und Ängsten. Dann hat man mehr Möglichkeiten, die Dinge für sich zu wenden. In der Praxis allerdings fordern die Meister bei Demos von ihren Partnern (typischerweise Meisterschüler) ein "Mitspielen" und damit eine Verkehrung der eigentlichen Möglichkeiten.

Wie oben erwähnt, geht es beim Tuishou wie in der Kampfkunst im Kern um Strategie und konkret darum, eine unvorteilhafte Situation (Yin) in eine vorteilhaftere (Yang) zu verwandeln und Schaden abzuwenden. Damit geht es auch um Resilienz-Training, Gelassenheit und Stärkung der Inneren Kraft.

Kampfkunst - Strategie / Initative

Push-Hands-Strategien für Übernahme der InitiativeKampfkunst-Strategien betreffen zu einem großen Teil das Thema "Initiative" bzw. "Initiative übernehmen". Ziel in Kampfkunst und Kampfsport ist Siegen und Ausschaltung des Opponenten. Im Tuishou liegt der Focus anders. Es stellt sich die spannende Frage, wie Strategien im Push Hands angewandt werden. Nach meiner Einschätzung finden sich alle drei Hauptstrategien der Kampfkunst auch im Tuishou. Dies ist ein Thema für Fortgeschrittene und ich verdeutliche meinen Standpunkt mit der nebenstehenden Grafik. Dabei greife ich erneut auf den Prisma-Vergleich zurück. Kernaussage: "Weißes Tuishou" läßt sich optimieren.

Anfänger macht man meistens vertraut mit dem Prinzip des Speichern der Partner-Energie und des Zurückschickens. Hier rekrutiert sich das Fajin aus der Partner-Energie ähnlich einem gespannten Katapult. Nach einer anfänglichen Yin-Rolle wechselt man zum Yang-Rolle. Oft hört man sogar die irrige Meinung, dies sei der grundlegende Fajin-Einsatz.

Doch es gibt eine zweite oft erfolgreiche Strategie, die darin besteht, die Initiative für sich zu reklamieren, indem man als erster angreift und damit die Yang-Rolle einnimmt.

Die dritte Strategie ist die schwiergste, aber auch die eleganteste Taktik - und sie unterscheidet sich deutlich von den beiden erstgenannten. Man nimmt zugleich die Yin-Rolle und die Yang-Rolle ein. Soll heißen: Gerade, wenn man den Partner in eine ungünstige Stuation gebracht hat, erfolgt der eigene Angriff. Bei diesem Wechselspiel ist das Timing entscheidend, um den Erfolg zu gewährleisten.

Push Hands und Spiralbewegungen / "Seide-Ziehen"

Push Hands Spiralen 1Push Hands Spiralen 2Die hohe Kunst des traditionellen Tuishou hat historisch sowie technisch enge  Bezüge zu "Chansigong" wörtlich "Seide schlingen/ wickeln). Die Zeichnung zeigt traditionelle Kraftlinien. Dabei geht es um Körperarbeit und insbesondere Körperstruktur und Körperhaltung. Mit diesen auch "Seidenweber-Übungen" genannte Techniken werden rotierende Kräfte oder Spiralen aus dem Becken bezeichnet sowie die Kraftlinien, die beim Ausführen den ganzen Körper betreffen. Auch in der Tradition des Wu-Stils und des Chen-Stils spielen die Spiralen des Tui Shou eine zentrale Rolle. Quelle: Tuishou / Push Hands Yang-Taijiquan.

 

  

 

 

Teile von Fajin übernehmen

 

Push Hands mit chinesischen Lehrmeistern in Hamburg

Einen Teil meiner Tuishou-Kenntnisse betrifft das Yang-Stil-Taijiquan. Ich verdanke sie in erster Liniei dem legendären Großmeister Fu Zhongwen, der sein ganzes Repertoire ja in persönlicher Unterweisung von Altmeister Yang Chengfu lernte. Mit Fus Sohn Fu Shengyuan vertiefte ich meine Studien in Hamburg und wir erstellten Foto-Serien und Lehr-Videos. Auch auf Yang-Zhenduo-Seminaren wurden Tuishou-Themen in Theorie und Praxis durchgängig behandelt. So auch auf dem Hamburger Seminar mit Yang Zhenduo und Enkel Yang Jun, bei dem die Tai-Chi-Prinzipien das übergreifende Thema bildeten. Seminare mit Yang Zhenhe und Zhang Youquan in Hamburg boten vertiefende Aspekte. Das Tuishou des Chen-Stils unterrichtete Meister Zhang Youquan auf meine Einladung hin in Hamburg.

Toby Threadgill behandelte auch Jujutsu-Partnerübungen

Grundlagen des Push Hands (Tuishou)

1. Kontakt

Die Attraktivität von Partnerübungen in Kampfkunst und Kampfsport nimmt im Westen weiterhin zu. Bei den "härteren" Stilen ist der Kontakt zeitlich typischerweise nur sehr kurz - etwa bei Abwehren, Würfen oder Angriffen. Bei den "weicheren" Stilarten es um das stetige Berühren und damit das typische "Kleben", das ein Hineinspüren in den Partner ermöglicht. Dieser Kontakt ist eine ganz besondere Herausforderung  (meist an Händen, Armen und Rumpf), den es mit viel Achtsamkeit zu steuern gilt.

2. Flexibilität

Noch wichtiger ist jedoch die Beweglichkeit in der Körpermitte und hier besonders die der Taille.

Korrekt verstanden folgt Push Hands dem ganzheitlichen "Yin-Yang-Prinzip", dem zufolge auf Härte mit Weichheit reagiert wird und anders heraum auch.

Push Hands wird vielfach auch verstanden als Test, ob die Tai-Chi-Prinzipien verinnerlicht sind. Ich halte diese These für nicht ausreichend. Ein Grund ist ihre Vagheit, die ihre wahre Expertise verschleiert und die Tatsache, daß sehr viel von dem Wissen früherer Meister mittlerweile verloren gegangen ist.

3. Stabilität

Entscheidend für den Erfolg ist jedoch in der Regel die Stabilität, die einem gut verwurzelten Baum vergleichbar ist.

GM Yang Zhenduo nutzt das Baum-Logo von Dr. Langhoff als Vergleich der Verwurzelung

 

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Meldung:

Push Hands (Tuishou) - Partnerübungen chinesischer Kampfkünste

Tui Shou (Push Hands) ist die bekannteste Partnerübung des Taijiquan und ergänzt die Solo-Formen. Sie ist eminent wichtig, weil sie das Yin-Yang-Prinzip praktisch erfahrbar werden läßt. Bei den fließenden Ganzkörperbewegungen wandelt sich Druck in Nachgeben und umgekehrt.

Hände und Arme der Partner sollen aneinander "kleben", um stetigen Kontakt zur gewährleisten. Da das Tempo der Bewegungsschleifen variiert werden hohe Anforderungen an Koordination und Reaktion gestellt. Das Push Hands entwickelt Flexibilität und Stabilität gleichermaßen; auch Wahrnehmung und Entspannung (chinesisch "Sung") werden geschult. Auch andere chinesischen Kampfkünste nutzen Tuishou-Partnerarbeit, beispielsweise Baguazhang, Xingyiquan, Liu He Ba Fa und Yiquan.

DTB-Weiterbildung - Erfolgsfaktor Nr. 1

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Jubiläum: 3 Jahrzehnte Tai Chi Zentrum Hamburg e. V. 1988-2018

In diesem Jahr 2018 jährt sich übrigens zum 30. Mal der Geburtstag des von mir mitbegründeten Vereins für Gesundheitssport mit chinesischen Künsten, dem  "Tai Chi Zentrum Hamburg e. V." Ich möchte bei dieser Gelegenheit all denjenigen danken, die mitgewirkt haben am beständigen Fortgang dieses Zentrums. Manche Mitglieder aus den ersten Jahren sind übrigens noch bis jetzt begeistert dabei! Unvergessen die Vielzahl der Kurse in Hamburg-West / Othmarschen, Bahrenfeld, Blankenese, Wedel. Im Westen der Hansestadt befindet sich auch der Botanische Garten, in dem wir einen Großteil unserer Lehrvideos gedreht haben - neben einer Pagode aus Shanghai. Highlights waren die Lehrgänge chinesischer Meister, die Betriebliche Prävention, das Prüfsiegel Weiterbildung Hamburg, die DTB-Beauftragung als zentrale Schulungsstätte und die bundesweite Vernetzung mit namhaften Institutionen der Gesundheitsbildung. Die Lizensierung für T-SYR-Lehrgänge eröffnete weitere Horizonte sino-japanischer Forschung. Quelle: HAMBURG: Kursleiter-Ausbildung Tai Chi Qigong.

tor:

http://www.ausbildung-tai-chi-qigong.info/themen/push-hands.htm

EU-Zertifizierung, Treffen, Terminkalender: http://www.taijiquan.eu/pushhands.htm

http://www.tai-chi-zentrum.de/push-hands.htm

http://www.stephan-langhoff.org/th-pushhands.htm

http://www.stephan-langhoff.com/taijiquan-deutschland/taijiquan-deutschland.htm

http://www.tai-chi-verband.de/push-hands.htm

Tuishou des Yang-Chengfu-Taijiquan: Push Hands Tuishou Hamburg